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Das Lastenheft einer Recyclinganlage beginnt beim Input und beim benötigten Produkt. Erst danach lässt sich entscheiden, welche Maschinen diese Aufgabe erfüllen. Das gilt für eine neue Linie ebenso wie für Erweiterung oder Ersatz: Die gewünschte Funktion muss klar sein, bevor ein Anlagenkonzept festgelegt wird.
Inputmaterial beschreiben, nicht nur benennen
Saubere Produktionsreste, gesammelte Verpackungen und demontierte Verbundteile sind unterschiedliche Aufgaben. „Kunststoff“ oder „Holz“ sagt zu wenig über Zerkleinerung, Trennung und Verschleiß. Dokumentieren Sie Herkunft und Zusammensetzung einschließlich Schwankungen zwischen Lieferanten und Chargen.
- Hauptmaterial und Nebenbestandteile mit Grundlage der Mengenabschätzung.
- Verunreinigungen: Metalle, Sand, Etiketten, Klebstoffe, Öle oder unverträgliche Stoffe.
- Feuchte und saisonale Änderungen; Tonnen auf Nass- oder Trockenbasis kennzeichnen.
- Maximale Abmessungen, Dicke, Form, Verhakungen und Anlieferzustand.
- Schüttdichte, wenn Bunker, Fördertechnik oder Lagerung begrenzen.
- Störstoffe und Ausschlüsse, beispielsweise Batterien oder Druckbehälter; Annahmekontrolle und Aussortierung.
- Normale und schwierige Chargen mit Fotos, Maßstab und repräsentativen Proben.
Eine von Hand bereinigte Probe belegt nicht den Betrieb mit dem gewöhnlichen Input. Bei einer Bestandsanlage gehören Ursachen für Blockaden, Ausschuss, Verschleiß und Stillstände in die Unterlagen.
Jahresmenge ist kein erforderlicher Stundendurchsatz
Aus Tonnen pro Jahr wird erst mit den nutzbaren Betriebsstunden ein Durchsatzbedarf. Trennen Sie Schichtzeit, geplante Anlagenzeit und verbleibende Produktionszeit nach Reinigung, Wartung, Umrüstung und Stillständen.
Eine Anlieferung von 12 Tonnen innerhalb von zwei Stunden lässt sich damit noch nicht beurteilen. Muss die Linie diese Spitze aufnehmen, oder übernimmt ein Pufferlager den Ausgleich? Lieferfolge, Entnahmerate und zulässige Lagerdauer bestimmen den Pufferbedarf.
Beschreiben Sie zusätzlich Wachstum, weitere Schichten und neue Materialarten. Begründen Sie Reserven mit einem konkreten Szenario. Bereits netto ermittelte Produktionsstunden dürfen nicht ein zweites Mal um einen Verfügbarkeitsfaktor vermindert werden.
Zielprodukt und Abnehmeranforderungen festlegen
Klären Sie Korngrößenverteilung, Feinanteile, Reinheit, Feuchte, zulässige Fremdstoffe und Verpackung. Benennen Sie Abnehmer oder Folgeprozess, Losgröße, Prüfverfahren und Ablehnungsbedingungen. Eine Sieblochweite garantiert nicht die Länge jeder biegsamen oder länglichen Partikel.
Jeder Ausgang braucht eine Verwendung oder einen Entsorgungsweg: Hauptprodukt, Nebenfraktionen, Feinanteile und Ausschuss. Hoher Austragsdurchsatz ist nicht gleich hoher Durchsatz spezifikationsgerechter Ware.
Prozessstufen aus der Aufgabe ableiten
- Input: Annahme, Kontrolle und Pufferung
- Vorbereitung: Sortierung und dosierte Aufgabe
- Zerkleinerung, soweit erforderlich
- Trennung der Ziel- und Störstofffraktionen
- Qualitätsprüfung nach vereinbarter Spezifikation
- Lagerung, Verpackung und Bereitstellung
Dies ist ein konzeptioneller Ablauf, keine Pflichtausstattung. Je nach Material entfallen Stufen, werden wiederholt oder anders angeordnet. Eine Ballenpresse für sortierte Kartonagen erfüllt eine andere Aufgabe als eine Aufbereitung für verunreinigte Kunststoffe.
| Mögliche Stufe | Auslegungsfrage |
|---|---|
| Annahme und Sortierung | Welche Störstoffe müssen vor der Bearbeitung entfernt werden? |
| Vorzerkleinerung | Welche Abmessungen braucht die nachfolgende Stufe? |
| Nachzerkleinerung oder Schneidmühle | Welche Größenverteilung ist bei welchem Verschleiß erforderlich? |
| Siebung | Welche Überkornmenge wird zurückgeführt und belastet die Linie zusätzlich? |
| Magnetabscheidung | Welche Eisenanteile sind an welcher Stelle abzutrennen? |
| Weitere Trennung | Welche leichten, nicht eisenhaltigen oder unverträglichen Fraktionen sind nachweisbar zu entfernen? |
| Wäsche und Trocknung bei Bedarf | Rechtfertigt das Produktziel Wasseraufbereitung und Rückstandsbehandlung? |
| Absaugung und Förderung | Welche Emissionen, Übergaben und Zwischenlager sind einzubeziehen? |
Die Nennleistung des ersten Schredders belegt nicht den Liniendurchsatz. Separator, Trockner, Förderer, Rückführung oder Verpackung können den Engpass bilden. Fordern Sie Durchsätze je Stufe auf dem vorgesehenen Material und die Menge des konformen Endprodukts an.
Kunststoffe: Mahlgut, Flakes und Granulat unterscheiden
Altreifen: Zerkleinerung und Trennung vom Zielprodukt her planen
Standort und Schnittstellen vollständig erfassen
Die Maschinenstellfläche reicht als Hallenbedarf nicht aus. Berücksichtigen Sie Lager, Verkehrswege, Beschickung und Wartung sowie das Herausziehen größerer Komponenten. Prüfen Sie lichte Höhe, Einbringöffnungen, Hebemittel, Bodenlasten und vorhandene Gebäude.
- Stromversorgung: Spannung, Frequenz, verfügbare Leistung, Anlauf und Verteilung.
- Druckluft: Druck, Menge und Qualität, sofern erforderlich.
- Wasser, Aufbereitung und Entwässerung bei entsprechenden Verfahren.
- Absaugung, Abluft und Ersatzluft.
- Lärm, Staub, Brandschutz und Explosionsgefährdung nach dem konkreten Risiko.
- Bestandsmaschinen: Übergabehöhen, Durchsätze, Signale, Steuerung, Stillsetzen und Zuständigkeit.
Klären Sie notwendige Genehmigungen und fachkundige Sicherheitsprüfungen vor der Bestellung. Im Angebot müssen Fundamente, Schutzmaßnahmen, Anschlussarbeiten, Steuerung, Montage und Inbetriebnahme eindeutig zugeordnet sein.
Absaugung einschließlich Erweiterungsbedarf spezifizieren
Betrieb und Instandhaltung in die Auswahl einbeziehen
Definieren Sie Personalbedarf je Schicht, manuelle Aufgaben, Automatisierung und Überwachung. Beschreiben Sie Reinigung, Materialwechsel und Wiederanlauf nach Störungen. Höhere Automatisierung kann andere Qualifikationen und Unterstützung verlangen.
Fordern Sie Wartungsaufgaben, angenommene Wechselintervalle, Verschleißteilkosten, kritische Ersatzteile und Lieferzeiten an. Unterscheiden Sie geplante Wartungsfenster von ungeplanten Stillständen. Viele kurze Chargen können eine andere Lösung erfordern als kontinuierlicher Betrieb mit einem Material.
Ersatzteilplanung für Recyclinganlagen
Investition nach konformer Produktmenge vergleichen
Vergleichen Sie installierte Investitionskosten, Energie, Personal, Wartung, Verbrauchsmittel, Stillstand, Ausbeute und Produktqualität bei gleicher Aufgabe. Nicht benötigte Kapazität bindet Kapital. Höhere Reinheit hat einen finanziellen Nutzen nur dann, wenn der Abnehmer sie verlangt und vergütet.
Jahreskosten je konformer Tonne können den Vergleich ergänzen. Die Systemgrenzen müssen gleich sein. Prüfen Sie auch weniger Input, höheren Verschleiß, schwächere Erlöse und einen langsameren Produktionsanlauf.
Entsorgungskosten und Amortisation einer Anlagenlösung berechnen
Checkliste für das Lastenheft
- □ Input: Herkunft, Zusammensetzung, Feuchte, Abmessungen, Störstoffe, Schwankungen, Bilder und Proben.
- □ Mengen und Zeit: t/Jahr, t/Tag, Spitzen, Schichten, geplante und nutzbare Stunden.
- □ Ausbau: zusätzliche Mengen, Materialien und Schichten mit Planungshorizont.
- □ Zielprodukt: Körnung, Reinheit, Feuchte, Prüfmethode, Verpackung und Abnehmerspezifikation.
- □ Stoffbilanz: Produkte, Nebenfraktionen, Ausschuss und Absatz- oder Entsorgungswege.
- □ Standort: bemaßter Plan, Höhen, Zugang, Bodenlast, Lager, Verkehr und Bestand.
- □ Versorgung und Grenzen: Strom, Druckluft, Wasser, Absaugung, Lärm und Sicherheit.
- □ Betrieb: Personal, Automatisierung, Reinigung, Umrüstung, Wartung und Ersatzteile.
- □ Lieferumfang: Bauarbeiten, Anschlüsse, Montage, Schulung, Ausschlüsse und Zuständigkeiten.
- □ Abnahme: repräsentative Charge, Dauer, Inputdurchsatz, konforme Menge, Qualität, Verbrauch und Stillstandsprotokoll.
MSR kann anhand dieser Angaben klären, welche Prozessstufen und Maschinen zu untersuchen sind. Repräsentative Versuche und vereinbarte Abnahmekriterien machen aus Planungsannahmen eine prüfbare Grundlage für die Investition.
MSR-Planungsbüro: Studien und Integration
Lastenheft zur technischen Prüfung übermitteln